Wurzelkanalbehandlung (Endodontie)

Die moderne Wurzelkanalbehandlung (Endodontie)

Dringen in einen Zahn z. B. durch Karies Bakterien ein, so entzündet sich der Nerv und der Zahn stirbt schließlich ab.
Wird ein abgestorbener, toter Zahn nicht behandelt oder ist die durchgeführte Wurzelkanalbehandlung nicht erfolgreich, bleiben die Folgen für den Patienten zunächst oft unbemerkt.
Ein solcher chronischer Entzündungsprozess verläuft nämlich schmerzlos.
Um die Wurzelspitze bilden sich aber trotzdem Hohlräume oder Zysten, die unter ständiger Auflösung des Knochens immer größer werden und unter Umständen eine Ausdehnung bis zu mehreren Zentimetern erreichen.
Solche Prozesse können plötzlich in eine akute, eitrige Entzündung mit „dicker Backe“ und starken Schmerzen umschlagen. Oft sind solche Zähne dann leider nicht mehr zu erhalten und müssen entfernt werden.
Durch moderne Konzepte der Endodontie lassen sich solche Dinge wissenschaftlich belegt zu fast 100% vermeiden.
Das Ziel einer Wurzelkanalbehandlung ist es, das abgestorbene, tote Gewebe vollständig aus dem Zahn zu entfernen und das saubere Kanalsystem abschließend vollständig abzufüllen.
Um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen bedarf es neben hochmoderner Instrumente, wie z. B. einem maschinellem Aufbereitungssystem und der Schallaktivierung der Spüllösungen v. a. einer strukturierten Fachausbildung und sehr viel Erfahrung.
In unserer Praxis besitzt Frau Dr. Anna Borys diese Ausbildung sowie den zertifizierten Tätigkeitsschwerpunkt Endodontie.
Sie hat nach Ihrem Studium eine mehrjährige postgraduierte Ausbildung bei namhaften Spezialisten absolviert und arbeitet seit Jahren auf diesem Fachgebiet.

Um in der Endodontie herausragende Ergebnisse zu erzielen ist natürlich ein höherer Zeitbedarf als bei einer „normalen“ Wurzelbehandlung“ erforderlich.
In einem obligatorischen Beratungsgespräch wird zunächst die Diagnose gestellt und der individuelle Fall wird Ihnen ausführlich erläutert.
Sie erhalten danach einen persönlichen Behandlungsplan mit einer Auflistung Ihrer Investition in den Erhalt Ihres Zahnes.
Nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) beträgt diese für einen gesetzlich versicherten Patienten ca. 100 € pro Wurzelkanal.

Nachfolgend finden Sie beispielhaft Röntgenkontrollaufnahmen von optimal durchgeführten Wurzelbehandlungen bei mehrwurzeligen Seitenzähnen mit komplizierter Wurzelanatomie. Das links stehende Bild zeigt dabei jeweils den Ausgangsbefund.

Alle Behandlungen wurden von Dr. Borys durchgeführt.

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patient ohne wurzelkanalbehandlung patient mit wurzelkanalbehandlung
patientin ohne wurzelkanalbehandlung patientin mit wurzelkanalbehandlung

 

Was ist eine Wurzelkanalbehandlung (Endodontie)?

Erkrankt ein Zahn durch Eindringen von Kariesbakterien in den Zahninnenraum (Pulpa), so kommt es dort zu einer Entzündung, die irgendwann zum Absterben des Zahnnervs führt. Ohne eine fachgerechte Wurzelbehandlung (Endodontie) wäre der Zahn verloren und müsste entfernt werden.
Bei einer Wurzelkanalbehandlung wird ein Loch durch die Krone des Zahnes gebohrt bis der Hohlraum der Zahnkrone (Kronenpulpa) erreicht ist. Der Nerv erstreckt sich von der Krone in kleinen, oft engen und verwinkelten Wurzelkanälen bis zur Wurzelspitze. Außerdem können die Kanäle bei gebogenen Zahnwurzeln ebenfalls stark gebogen sein.
Unter dem Mikroskop oder mit einer Lupenbrille sehen wir die kleinen Eingänge der Kanäle besser und können mit Spezialinstrumenten diese vorsichtig aufbereiten und entzündetes Gewebe aus der Zahnwurzel entfernen. Zusätzlich werden der Zahninnenraum und die Kanäle mehrfach gespült und desinfiziert, bevor die Hohlräume mit einer sogenannten „Wurzelfüllung" dicht verschlossen werden.

Aufbau eines gesunden Zahnes

Nur die Zahnkrone ragt für uns sichtbar in die Mundhöhle. Der größere Anteil, die Zahnwurzel, befindet sich unsichtbar unter dem Zahnfleisch im Knochen des Ober- oder Unterkiefers. Um Belastungen besser „abfedern" zu können ist der Zahn über einen Zahnhalteapparat leicht beweglich im Knochen befestigt.
Die Zahnkrone ist beim gesunden Zahn mit Zahnschmelz überzogen Der Zahnschmelz – eine weißliche Substanz – ist das härteste Gewebe des menschlichen Körpers und soll den Zahn vor Belastungen von außen schützen.
Der Hauptbestandteil des Zahnes besteht aus dem knochenähnlichen Dentin. Es befindet sich sowohl im Bereich der Zahnkrone als auch im Wurzelbereich. Das Dentin wird von kleinen Kanälchen – den sogenannten Dentintubuli – von innen nach außen durchzogen. Im Bereich der Zahnkrone reichen sie bis an den Schmelz heran. Diese Kanälchen können Bakterien bei Beschädigungen als Eintrittspforte in das Zahninnere dienen.
Dieses Zahninnere bezeichnen wir als „Zahnpulpa". Häufig wird jedoch vom „Zahnnerv" gesprochen.
Das Zahninnere wird aber nicht nur vom Nerv, sondern auch von einer Vielzahl unterschiedlichster Gewebe angefüllt. Dazu gehören Arterien und Venen (ein gesunder Zahn ist nämlich sehr gut durchblutet), Lymphgefäße und Bindegewebe. Das Nervgewebe ist dabei für den „Schmerz“ verantwortlich. Diese faszinierende Vielfalt von Geweben befindet sich sowohl im Innern der Krone, als auch in den Wurzeln, wo sie in den sogenannten Wurzelkanälchen verlaufen. Hier finden sich auch viele Verästelungen und Seitenkanälchen. Jede Pulpa ist dabei ganz individuell.

Der entzündete Zahn

Eigentlich ist es ganz einfach: Dringen Bakterien in das Zahninneren ein, kommt es zu einer Entzündung. Die Ursachen können dabei ganz unterschiedlich sein. Oft sind es kariöse Stellen am Zahn, aber auch Mikrorisse, undichte Füllungen oder defekte Kronen oder die Folgen eines Zahnunfalls können dazu führen, dass viele unterschiedliche Bakterien in das Zahninnere vordringen können. Bei akuten Entzündungen kommt es zu deutlichen Schmerzen. Läuft die Entzündung hingegen chronisch ab, so bleibt das Absterben des Zahnes oft unbemerkt.
Die Bakterienzahl, die der Organismus dabei zu bewältigen hat, ist dabei immens. So konnten bei einer akuten Entzündung in einem Backenzahn mehrere Millionen Bakterien nachgewiesen werden.
Diese Bakterien besetzen bei einer Entzündung alle Bereiche der Zahnpulpa und können sich dort auch ungestört vermehren, da sie sehr selten Sauerstoff oder Nahrung von außerhalb des Zahnes brauchen. Alles was Sie benötigen, finden sie in Ihrem Zahn.
Verlassen die Bakterien den Zahn an der Wurzelspitze, breitet sich die Entzündung im umgebenden Knochen aus, was im Röntgenbild als schwarzer Schatten erkennbar ist.
Für den Fall, dass Ihr Zahn bereits wurzelbehandelt wurde und immer noch Beschwerden macht, ist die Erklärung meist einfach: Es befinden sich immer noch zu viele Bakterien im Zahninneren.

Ablauf einer Wurzelbehandlung

Falls erforderlicht, werden wir den zu behandelnden Zahn vor Behandlungsbeginn mit einer Lokalanästhesie („Spritze“) betäuben. Eine Wurzelbehandlung ist heutzutage durch den Einsatz moderner Lokalanästhetika in der Regel völlig schmerzlos. Bei Bedarf werden wir den zu behandelnden Zahn mit einem Spanntuch (sogenannter „Kofferdam“) gegen die Mundhöhle abdichten. Dadurch können wir sicherstellen, dass keine Bakterien aus dem Speichel erneut in den Zahn eindringen können. Daneben dient der Kofferdam zu Ihrem Schutz gegenüber desinfizierenden Flüssigkeiten und vor dem Verschlucken zahnärztlicher Instrumente.
Alle weiteren Behandlungsschritte erfolgen danach mit Hilfe des Dentalmikroskopes oder der Lupenbrille, um selbst kleinste anatomische Strukturen sehen und damit behandeln zu können.
So wird zunächst sehr grazil über die Kaufläche eines Zahnes ein Zugang zum Zahninneren geschaffen. Nach Entfernung des bereits sichtbaren Gewebes bzw. der alten Wurzelfüllung erfolgt das Auffinden und die Darstellung möglichst aller Wurzelkanäle. Wie oben beschrieben werden diese minimalinvasiv mit maschinengetriebenen Instrumenten erweitert und schallaktiviert sehr intensiv gespült, um eine maximale Bakterienreduktion auch in den Seitenkanälchen zu erreichen. Die Geräte sind mit einem Rechner verbunden, der den Behandler jederzeit darüber informiert, wie tief das Instrument in die Wurzel vordringen darf.
Meistens wird am Ende der ersten Behandlungssitzung zur zusätzlichen weiteren Desinfektion ein Medikament in alle Kanälchen eingebracht. Der Zahn wird anschließend sofort mit einer dichten Kunststofffüllung verschlossen. Dadurch verhindern wir den erneuten Zutritt von Bakterien zwischen den einzelnen Behandlungsschritten und ermöglichen es Ihnen normal zu kauen.
In einer zweiten Sitzung erfolgt nach erneuter intensiver Spülung und Desinfektion der Kanälchen der endgültige Verschluss des Zahnes durch eine Wurzelfüllung. Diese besteht in der Regel aus Guttapercha und einem Sealer („Zement“). Das gewährleistet einen möglichst dichten Verschluss aller vorhandenen Hohlräume und stellt momentan den Goldstandard in der Endodontie dar. Ihre Sitzung endet mit dem bakteriendichten Verschluss des Zahnes mit einer hochwertigen Kunststofffüllung und ggf. Ihrer Rücküberweisung zum Hauszahnarzt.
Wenn sich bereits eine Entzündung im Knochen um die Wurzelspitze gebildet hat, so heilt diese nach einer fachgerechten Wurzelbehandlung meist spontan aus und neuer Knochen bildet sich dort. Eine spätere Überkronung des Zahnes ist in vielen Fällen sinnvoll. Die Erfolgsrate liegt bei optimal endodontisch versorgten Zähnen bei annähernd 100 %.

Ein offenes Wort zu den Kosten

Liebe Überweiser, liebe Patienten!
Die von uns durchgeführten Behandlungen entsprechen den neuesten Techniken und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dies erfordert ständige Fort- und Weiterbildung. Eine optimale Wurzelbehandlung erfordert aber auch einen hohen Zeitaufwand. Dieser liegt um ein Vielfaches über dem einer „normalen Wurzelbehandlung". Wir nehmen uns aber die Zeit, die wir benötigen, Ihren ganz individuellen Fall nach bestem Wissen und Gewissen zu lösen. Deshalb werden Sie von uns vor Behandlungsbeginn einen individuellen – auf Ihr Problem abgestimmten – Kostenvoranschlag erhalten. Dieser wird bei Privatpatienten auf Basis der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) erstellt. Bei gesetzlich versicherten Patienten berechnen wir eine Zuzahlung auf Grundlage dieser GOZ. Sie investieren damit in den Erhalt Ihres eigenen Zahnes!