Expertengespräch Implantologie

Dr. Christian Lamest im Gespräch mit Ursula Weber von Vitalitas:

Vitalitas: Welche sind die Zukunftstrends in der Zahnheilkunde?

Dr. Lamest: Sicher gehört die Zahnimplantologie mit den Themen Knochen- und Weichgewebsaufbau dazu. Darüber hinaus sind auch die ästhetische Zahnheilkunde, moderne Zahnfleischbehandlungen und mikrochirurgische Verfahren zu nennen, die den Patienten wenig belasten.

Vitalitas: Wie setzen Sie diese Themen in Ihrer Praxis um?

Dr. Lamest: Wir sind eine Praxisgemeinschaft aus einem Fachzahnarzt für Oralchirurgie und einem Zahnarzt, wobei jeder auf bestimmte Behandlungsschwerpunkte spezialisiert ist. Unsere speziellen Kompetenzen sind dabei die Implantologie, der Knochen- und Weichgewebsaufbau, die 3D-Navigation, die Parodontologie sowie ästhetischer Zahnersatz.

Vitalitas: Was kann der Patient mit Zahnverlust von der modernen Implantologie erwarten?

Dr. Lamest: Ganz gleich, ob jemand nur einen einzigen, mehrere oder alle Zähne verloren hat, bieten Implantate vielfältige Lösungen an. Durch Auswahl der jeweils geeigneten Implantattypen lässt sich die natürliche Gebisssituation optimal wiederherstellen. Meist ist der Zahnersatz auf Implantaten die komfortabelste Lösung.

Vitalitas: Wie läuft eine Implantation ab?

Dr. Lamest: Das Implantat ist eine „künstliche“ Zahnwurzel, die meist aus Titan und seltener aus Spezialkeramik besteht. Es wird in örtlicher Betäubung oder auf Wunsch in Vollnarkose oder Dämmerschlaf in den Kieferknochen eingesetzt, wo es mit dem umgebenden Knochen fest verwächst. Während dieser Einheilphase wird der Patient mit einem Provisorium versorgt. Nach 4-6 Monaten wird dann der endgültige Zahnersatz auf den Implantaten befestigt.

Hier gibt es verschiedene Varianten: Kronen, Brücken oder Prothesen. Beim zahnlosen Patienten ist es sogar möglich eine gaumenfreie Totalprothese stabil auf Implantaten zu befestigen. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Implantate unmittelbar nach dem Einsetzen mit Zahnersatz versorgt werden. Das Tragen eines Provisoriums entfällt dabei. Ob eine Sofortversorgung medizinisch vertretbar ist, muss individuell entschieden werden.

Vitalitas: Wo liegen die Grenzen der Implantologie?

Dr. Lamest: Implantate benötigen ein ausreichendes Knochenangebot und gesundes Zahnfleisch um dauerhaft fest im Kiefer zu verwachsen. Nach Zahnverlust bildet sich der Kieferknochen oft stark zurück, ebenso kommt es bei fortgeschrittener Parodontitis – also bei starker Zahnfleischentzündung- zum Knochenabbau. Aber auch Patienten mit Knochenschwund müssen Dank moderner Therapien nicht auf Implantate verzichten. Durch spezielle Methoden können wir heute Knochen- und Weichgewebe minimalinvasiv wieder aufbauen.

Vitalitas: Können Sie uns die Methode des Knochenaufbaus näher erläutern?

Dr. Lamest: Früher wurde für einen Knochenaufbau Material aus der Hüfte entnommen, was für den Patienten sehr belastend war. Heute setzen wir spezielles Knochenaufbaumaterial in den Defekt ein, das wie ein Platzhalter wirkt. Die Knochenzellen wachsen dann aus der Umgebung in das Material ein, wodurch der eigene Kieferknochen nach und nach wieder aufgebaut wird. Dieses Verfahren ermöglicht es uns, Implantate auch dort einzusetzen, wo dies vor einigen Jahren noch undenkbar war. Bei großen Knochendefekten muss der Kieferknochen nach Einsetzen des Aufbaumaterials zunächst einige Monate regenerieren. Wenn er dann nachgewachsen ist, können wir dort Implantate einsetzen.

Vitalitas: Ist die Implantologie eine sichere Therapie?

Dr. Lamest: Die Computertomographie und die Volumentomographie liefern uns heute dreidimensionale Bilder der Kieferknochen. Mithilfe spezieller Computerprogramme, die wir seit über sechs Jahren in unserer Praxis nutzen, lassen sich die Implantatpositionen exakt berechnen. Durch entsprechende Schablonen wird die berechnete Implantatposition dann in den Kieferknochen übertragen. Durch diese bedeutende Innovation ist die Implantologie noch präziser und sicherer geworden. Oft lassen sich dadurch umfangreiche chirurgische Eingriffe vermeiden.

Vitalitas: Wie lange halten Implantate?

Dr. Lamest: Bei guter Pflege und Mundhygiene können Zahnimplantate ein Leben lang halten. Entscheidend ist dabei die regelmäßige Nachsorge und eine professionelle Mundhygienekontrolle.

Vitalitas: Welche Besonderheiten bietet Ihre Praxis?

Dr. Lamest: Implantationen und andere chirurgische Maßnahmen können durch unsere enge Zusammenarbeit mit einem Zentrum für ambulante Operationen mit Klinikanschluß auf Wunsch in Vollnarkose oder im Dämmerschlaf durchgeführt werden.

 

Vitalitas: Wir danken für das Gespräch

 

 

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